Die Nacht
auf der Insel

 

 

In der Nacht vom 18. auf den 19. November 2001 bewegte sich die Erde für mehrere Stunden durch einen wahren Regen von Meteoriten. Dieses faszinierende Schauspiel konnte man in ganz Nord- und Mittelamerika bestaunen. Da Neumond war, war der Nachthimmel dunkel genug, um deutlich - und zum Teil auch farbig - die Meteoriten kreuz und quer über den Himmel schießen zu sehen - ca. 1500 pro Stunde! Ein besonderes Erlebnis war es für uns, dieses einmalige "Feuerwerk der Natur" von einer kleinen einsamen Insel im Whatshan Lake zu beobachten, wo wir mit Freunden zelteten. In dieser Nacht wurde ich dazu inspiriert, mein erstes Haiku zu schreiben, womit ich mich zuvor noch kaum beschäftigt hatte. In elf Versen beschreibe ich die Eindrücke und Erlebnisse jener "Nacht auf der Insel".

 

Haiku

1
Paddler betreten -
die Kanus sicher vertäut -
die Insel im See

2
Wildgänse schnattern
leise ihre Proteste
gegen die Störung

3
Samtgrünes Wasser -
rhythmisch rollen die Wellen
gegen die Felsen

4
Sanft wiegen sich die
majestätischen Tannen
in dem Abendwind

5
Feuer verbreitet
Gemütlichkeit und Wärme
Mahlzeit auf dem Rost

6
Glitzernde Sterne,
Dunkelheit über dem See,
die Nacht hüllt uns ein.

7
Das Schauspiel beginnt;
staunende Blicke schweifen
über den Himmel

8
Kometen verglüh'n
auf ihrer Reise durchs All
- nachts auf der Insel

9
Ein eisiger Wind
weht, Frost auf dem Moosteppich,
wir kriechen ins Zelt.

10
Wohliges Kuscheln,
die Geräusche der Wildnis
begleiten den Schlaf

11
Die Sonne geht auf,
erwärmt mit ihren Strahlen
uns auf der Insel

 

 

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